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purzel1988

Fortgeschrittener

  • »purzel1988« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 15. Oktober 2012, 19:11

petition für mehr menschlichkeit im alter

rosenblaetter-im-irrgarten.de


schaut euch mal die seite an und nehm , wenn ihr es gut findet ,an der petition teil ! es dauert nicht lange und tut auch nicht weh ! :nick: es geht uns alle an,wir werden alle mal alt .
ich habe so etwas mit meiner oma erlebt ,die an alzheimer erkrankt war und als mensch nicht mehr gezählt hat .



www.rosenblaetter-im-irrgarten.de/
ich hoffe mal der link darf hier rein :rot wenn nicht bitte nicht böse sein !
lg purzel :cat02:

Bine06

Erleuchteter

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2

Montag, 15. Oktober 2012, 19:26

Sorry, aber ich kanns nicht nachvollziehen. Meine Mutter lebt auch in einem Heim und ist hochgradig an Demenz erkrankt. Ich kann nicht behaupten, daß man da mit ihr menschenunwürdig umgeht. Eine liebevollere Betreuung könnten wir ihr zu Hause keinesfalls bieten. Sicher ist es deprimierend für mich, wenn sie am Nachmittag Bilderbücher anschaut, mit dem Personal, weil allein würde sie es nicht mehr können. Oder sie wird gefüttert und trägt Windeln .... aber das geht nicht anders. Trotz der Windel macht man sich die Mühe, sie auf Toilette zu setzen, meist klappt das auch und die Windel bleibt trocken .... ist das nicht toll! Also ich habe wirklich keinen Grund zur Beanstandung.
LG Bine

calanau

strickt regelmäßig, häkelt selten

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3

Montag, 15. Oktober 2012, 19:37

Ich habe hauptsächlich gute Pflegeheimerfahrung. Aber in der Petition geht es ja um die Überprüfung der Menschenwürde in Pflegeheimen und ambulanten Diensten. Und die Frage immer wieder zu stellen, ob die Menschenwürde respektiert wird und überhaupt respektiert werden kann angesichts der Arbeitsbedingungen, finde ich einen guten Ansatz. Ich habe diese Petitionssache noch nicht gründlich genug gelesen, um mir eine Meinung zu bilden. Aber ich werde mal reinschauen. Die Seite finde ich allerdings etwas unübersichtlich.
Viele Grüße
Silke
...die mit dem :sport005: kommt! und eine Schwäche, aber wenig Zeit für Crea hat

purzel1988

Fortgeschrittener

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4

Montag, 15. Oktober 2012, 19:56

hallo biene,
es freut mich das deine mutter so gut untergekommen ist . sicher sind nicht alle heime gleich und die pfleger /innen geben sicher auch meist ihr bestes . es ist aber einfach nicht überall so ! eine freundin von mir hat bis vor kurzem in einem heim gearbeitet und hat gekündigt weil sie es nicht mehr mit ansehen konnte .
alles muss nach bestimmten zeiten gemacht werden ( ich denke 4 min . fürs waschen waren es ) . nach 9-11 tagen am stück arbeiten , da geht sicher jedem mal die geduld aus und vor allem istdie kraft dann auch am ende !

ich erinnere mich an eine sache die mir heute noch weh tut .
auf grund der entfernung war es mir nicht möglich täglich zu dem heim zu fahren , zudem war ich gesundheitlich stark angeschlagen . zwei tage bevor meine oma gestorben ist konnte sie nichts mehr alleine machen , noch nicht mal einen finger bewegen . gegen 17 uhr waren wir dann bei ihr und auf ihrem tisch stand ein kalter brei und kalter tee.
auf nachfrage wurden wir abgefertig , es war noch keine zeit zum mittagessen ( 17 uhr !!! )und sie könnten auch nicht ewig bei jedem sitzen . da ist mein mann ausgerastet und wollte den heimleiter sprechen , der hätte aber erst in 3 wochen zeit für uns .
einen tag vor weihnachten ist oma dann gestorben . wir standen vor dem zimmer und die schwester sagte dem heimleiter das wir die angehörigen der verstorbenen sind .
er kommt mit einem breiten lachen auf uns zu und wünscht uns frohe weihnachten .
das heim war ein kirchliches und der gute mann ist heute politiker !
lg purzel :cat02:

Powerhexe

Schüler

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5

Montag, 15. Oktober 2012, 21:10

Ich bin Krankenschwester in der ambulanten Seniorenpflege, mein Mann ist Krankenpfleger in einem Pflegeheim, ich kann also mit recht behaupten, das ich weiß wovon ich spreche/schreibe.

Unseren Beruf auszuüben setzt "Menschlichkeit", Idealismus und auch Empathie voraus. Ich geh davon aus das fast jeder der diesen Beruf ausübt den Menschen helfen möchte.

Ich liebe alte Menschen, schöpfe sehr viel kraft aus der Weisheit meiner Patienten, aus den Erfahrungen. Gerade demenzkranke Patienten sind oft sehr spannend, die Arbeit mit ihnen macht mir sehr viel Spaß, ich versuche immer den Menschen zu sehen, der vor dem Ausbruch der Krankheit existierte, mir macht es auch nichts aus alle paar Minuten die gleiche frage zu beantworten, immer wieder zu erklären was ich gerade tu und was gleich passiert, auch mit dem aggressiven Verhalten einiger Patienten, schnelles ausweichen, wenn mal nach mir geschlagen wird, ich empfinde keine Wut, trotzdem muss ich auch mich schützen und das kann dann schon mal sein, das ich die Hand die mich schlagen möchte festhalte.

4 Minuten für waschen ist ziemlich unrealistisch und wird nur. Von den Medien immer wieder dokumentiert und hoch gekocht, ich habe für die kleine Körperpflege/Teilwäsche 20 Minuten Zeit, das ist auch zu schaffen, muss ich dann noch Medikamente verabreichen, Spritzen geben oder Verbände anlegen, verlängert sich die Zeit, muss ich mal die Zeit überschreiten (weil mein Patient gerade nach dem waschen eingekotet hat) ist das auch ok, dann dokumentiere ich das und fertig.Allerdings verschieben sich dann meine ganzen weitere Pflegeeinsätze bei den nächsten Patienten, ertragen muss ich dann die "Meckerei" der Patienten oder Angehörigen, manche schimpfen regelrecht, auchdamit kann ich umgehen.
Bei meinem Mann im Heim ist das auch nicht so das man nur 4 Minuten zur Verfügung hat, er muss seine Patienten auf seiner Station fertig machen wie er sich die Zeit einteilt ist ihm überlassen. Er hat das Glück in einem Heim zu arbeiten in dem er die gesammte Woche auf gleicher Station ist, das heißt er kann sich auch das Duschen auf die Woche verteilen.

Das große Problem in der Pflege ist, das keiner bereit ist für die Pflege zu Zahlen, auf dem Arbeitsmarkt ist kein Personal zu finden,wir haben in Deutschland einen Pflegenotstand, dieses Jahr wird in Hessen alleine 2000 Plätze nicht zu besetzen sein, in den nächsten Jahren wird sich das sogar verdoppeln.

Ich kann verstehen das unter diesen Vorraussetzungen nur noch wenige diesen Beruf ergreifen, ich mache im Schnitt 20 Überstunden im Monat und gehe monatlich mit 1100€ netto nach Hause.

Ich finde es unerträglich wenn Menschen nicht richtig versorgt werden, ich kann aber auch meine Kollegen verstehen, wenn sie sich überfordert fühlen, ich glaube nämlich nicht das einer meiner Kollegen das gerne tut, das soll keine Entschuldigung sein.
Die Politik muss bessere Arbeitsbedingungen für uns schaffen um diese Missstände in den Griff zu bekommen, auch wir wünschen uns mehr Zeit für die Patienten, denn dann geht es uns auch gut und wir können pünktlich Feierabend machen ohne schlechten Gewissen.

kerrymarie

Anfänger

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Registrierungsdatum: 29. September 2012

Wohnort: Karlsruhe bin aber Magdeburgerin

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6

Montag, 15. Oktober 2012, 23:35

Ich bin Krankenschwester in der ambulanten Seniorenpflege, mein Mann ist Krankenpfleger in einem Pflegeheim, ich kann also mit recht behaupten, das ich weiß wovon ich spreche/schreibe.

Unseren Beruf auszuüben setzt "Menschlichkeit", Idealismus und auch Empathie voraus. Ich geh davon aus das fast jeder der diesen Beruf ausübt den Menschen helfen möchte.

Ich liebe alte Menschen, schöpfe sehr viel kraft aus der Weisheit meiner Patienten, aus den Erfahrungen. Gerade demenzkranke Patienten sind oft sehr spannend, die Arbeit mit ihnen macht mir sehr viel Spaß, ich versuche immer den Menschen zu sehen, der vor dem Ausbruch der Krankheit existierte, mir macht es auch nichts aus alle paar Minuten die gleiche frage zu beantworten, immer wieder zu erklären was ich gerade tu und was gleich passiert, auch mit dem aggressiven Verhalten einiger Patienten, schnelles ausweichen, wenn mal nach mir geschlagen wird, ich empfinde keine Wut, trotzdem muss ich auch mich schützen und das kann dann schon mal sein, das ich die Hand die mich schlagen möchte festhalte.

4 Minuten für waschen ist ziemlich unrealistisch und wird nur. Von den Medien immer wieder dokumentiert und hoch gekocht, ich habe für die kleine Körperpflege/Teilwäsche 20 Minuten Zeit, das ist auch zu schaffen, muss ich dann noch Medikamente verabreichen, Spritzen geben oder Verbände anlegen, verlängert sich die Zeit, muss ich mal die Zeit überschreiten (weil mein Patient gerade nach dem waschen eingekotet hat) ist das auch ok, dann dokumentiere ich das und fertig.Allerdings verschieben sich dann meine ganzen weitere Pflegeeinsätze bei den nächsten Patienten, ertragen muss ich dann die "Meckerei" der Patienten oder Angehörigen, manche schimpfen regelrecht, auchdamit kann ich umgehen.
Bei meinem Mann im Heim ist das auch nicht so das man nur 4 Minuten zur Verfügung hat, er muss seine Patienten auf seiner Station fertig machen wie er sich die Zeit einteilt ist ihm überlassen. Er hat das Glück in einem Heim zu arbeiten in dem er die gesammte Woche auf gleicher Station ist, das heißt er kann sich auch das Duschen auf die Woche verteilen.

Das große Problem in der Pflege ist, das keiner bereit ist für die Pflege zu Zahlen, auf dem Arbeitsmarkt ist kein Personal zu finden,wir haben in Deutschland einen Pflegenotstand, dieses Jahr wird in Hessen alleine 2000 Plätze nicht zu besetzen sein, in den nächsten Jahren wird sich das sogar verdoppeln.

Ich kann verstehen das unter diesen Vorraussetzungen nur noch wenige diesen Beruf ergreifen, ich mache im Schnitt 20 Überstunden im Monat und gehe monatlich mit 1100€ netto nach Hause.

Ich finde es unerträglich wenn Menschen nicht richtig versorgt werden, ich kann aber auch meine Kollegen verstehen, wenn sie sich überfordert fühlen, ich glaube nämlich nicht das einer meiner Kollegen das gerne tut, das soll keine Entschuldigung sein.
Die Politik muss bessere Arbeitsbedingungen für uns schaffen um diese Missstände in den Griff zu bekommen, auch wir wünschen uns mehr Zeit für die Patienten, denn dann geht es uns auch gut und wir können pünktlich Feierabend machen ohne schlechten Gewissen.

ich kann mich dem ganzen nur anschließen, alles was du sagst ist war....

die kinder, familie, angehörigen geben die alten leute in pflege, weil sie es nicht können oder wollen, obwohl sie von den mißständen wissen...die aber nur dadurch entstehen, das keine gelder und pflegekräfte da sind.
ich mache im monat auch um die 20 unbezahlte überstunden,
das muß an die politiker gehen, oder an die heimleitungen
jeder pflegedienst muß um überleben zu können, sich an die vorgegebenen zeiten halten die sie nur bezahlt kriegen
es gibt zig tausende pflegekräfte die unbezahlt sich liebevoll um die alten menschen kümmern
doch -dank-- liebe -bekommen wir nur von den alten, selten von den angehörigen, es ist nie genug was man gerade für ihre mutter/ihren vater tut, aber selber tun wollen sie es auch nicht !
von meinen 88 patienten bekommt eine mama täglich besuch
jedoch ist die realität, das man sich zu geburtstagen und feiertagen an mama erinnert
und bei alzheimer....ach wozu sich die mühe machen der vielen kilometer, mama erkennt mich doch nicht
so sieht es doch aus ! wir hören immer nur warum sie es nicht können...aber nicht wie es zusammen besser gehen könnte !
das ist was ich täglich erlebe und das finde ich auch sehr traurig und unmenschlich!

Powerhexe

Schüler

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7

Dienstag, 16. Oktober 2012, 07:57

Ich bin Krankenschwester in der ambulanten Seniorenpflege, mein Mann ist Krankenpfleger in einem Pflegeheim, ich kann also mit recht behaupten, das ich weiß wovon ich spreche/schreibe.

Unseren Beruf auszuüben setzt "Menschlichkeit", Idealismus und auch Empathie voraus. Ich geh davon aus das fast jeder der diesen Beruf ausübt den Menschen helfen möchte.

Ich liebe alte Menschen, schöpfe sehr viel kraft aus der Weisheit meiner Patienten, aus den Erfahrungen. Gerade demenzkranke Patienten sind oft sehr spannend, die Arbeit mit ihnen macht mir sehr viel Spaß, ich versuche immer den Menschen zu sehen, der vor dem Ausbruch der Krankheit existierte, mir macht es auch nichts aus alle paar Minuten die gleiche frage zu beantworten, immer wieder zu erklären was ich gerade tu und was gleich passiert, auch mit dem aggressiven Verhalten einiger Patienten, schnelles ausweichen, wenn mal nach mir geschlagen wird, ich empfinde keine Wut, trotzdem muss ich auch mich schützen und das kann dann schon mal sein, das ich die Hand die mich schlagen möchte festhalte.

4 Minuten für waschen ist ziemlich unrealistisch und wird nur. Von den Medien immer wieder dokumentiert und hoch gekocht, ich habe für die kleine Körperpflege/Teilwäsche 20 Minuten Zeit, das ist auch zu schaffen, muss ich dann noch Medikamente verabreichen, Spritzen geben oder Verbände anlegen, verlängert sich die Zeit, muss ich mal die Zeit überschreiten (weil mein Patient gerade nach dem waschen eingekotet hat) ist das auch ok, dann dokumentiere ich das und fertig.Allerdings verschieben sich dann meine ganzen weitere Pflegeeinsätze bei den nächsten Patienten, ertragen muss ich dann die "Meckerei" der Patienten oder Angehörigen, manche schimpfen regelrecht, auchdamit kann ich umgehen.
Bei meinem Mann im Heim ist das auch nicht so das man nur 4 Minuten zur Verfügung hat, er muss seine Patienten auf seiner Station fertig machen wie er sich die Zeit einteilt ist ihm überlassen. Er hat das Glück in einem Heim zu arbeiten in dem er die gesammte Woche auf gleicher Station ist, das heißt er kann sich auch das Duschen auf die Woche verteilen.

Das große Problem in der Pflege ist, das keiner bereit ist für die Pflege zu Zahlen, auf dem Arbeitsmarkt ist kein Personal zu finden,wir haben in Deutschland einen Pflegenotstand, dieses Jahr wird in Hessen alleine 2000 Plätze nicht zu besetzen sein, in den nächsten Jahren wird sich das sogar verdoppeln.

Ich kann verstehen das unter diesen Vorraussetzungen nur noch wenige diesen Beruf ergreifen, ich mache im Schnitt 20 Überstunden im Monat und gehe monatlich mit 1100€ netto nach Hause.

Ich finde es unerträglich wenn Menschen nicht richtig versorgt werden, ich kann aber auch meine Kollegen verstehen, wenn sie sich überfordert fühlen, ich glaube nämlich nicht das einer meiner Kollegen das gerne tut, das soll keine Entschuldigung sein.
Die Politik muss bessere Arbeitsbedingungen für uns schaffen um diese Missstände in den Griff zu bekommen, auch wir wünschen uns mehr Zeit für die Patienten, denn dann geht es uns auch gut und wir können pünktlich Feierabend machen ohne schlechten Gewissen.

ich kann mich dem ganzen nur anschließen, alles was du sagst ist war....

die kinder, familie, angehörigen geben die alten leute in pflege, weil sie es nicht können oder wollen, obwohl sie von den mißständen wissen...die aber nur dadurch entstehen, das keine gelder und pflegekräfte da sind.
ich mache im monat auch um die 20 unbezahlte überstunden,
das muß an die politiker gehen, oder an die heimleitungen
jeder pflegedienst muß um überleben zu können, sich an die vorgegebenen zeiten halten die sie nur bezahlt kriegen
es gibt zig tausende pflegekräfte die unbezahlt sich liebevoll um die alten menschen kümmern
doch -dank-- liebe -bekommen wir nur von den alten, selten von den angehörigen, es ist nie genug was man gerade für ihre mutter/ihren vater tut, aber selber tun wollen sie es auch nicht !
von meinen 88 patienten bekommt eine mama täglich besuch
jedoch ist die realität, das man sich zu geburtstagen und feiertagen an mama erinnert
und bei alzheimer....ach wozu sich die mühe machen der vielen kilometer, mama erkennt mich doch nicht
so sieht es doch aus ! wir hören immer nur warum sie es nicht können...aber nicht wie es zusammen besser gehen könnte !
das ist was ich täglich erlebe und das finde ich auch sehr traurig und unmenschlich!
Das kann ich nur Unterstreichen.

Bei mir melden sich meistens die Angehörigen so mitte des Monats, wenn die Rechnungen in den Briefkästen flattern.
Die häufigste gestellte Frage lautet: war es nötig so oft zu Duschen/Waschen?
Für alle die das nicht wissen, die Pflegeversicherung ist genau dafür da, denn der Pflegedienst kann doppelt soviel Sachleistungen abrufen wie der Angehörige(vom Gesetzgeber so eingeführt um möglichst qualifizierte Pflege zu garantieren), die Patienten die eine Kombileistung haben und das nicht abgerufene Geld ausgezahlt bekommen freuen sich nicht darüber.....sorry nicht jeder ist so.
Wir haben Angehörige die sagen, nutzen sie bitte die gesammte Leistung aus, das kommt meiner Mutter/Vater zu Gute. Diese Möglichkeit gibt es nur im ambulanten Bereich, im stationären, wird die gesammte Pflegestufe dafür verwendet.

Somit bin ich nicht nur Pflegerin, Seelentröster, der der auch mal umarmt, ich bin auch Buchhalterin und muss rechnen damit die Pflege nicht zuviel kostet, meinem Arbeitgeber bin ich auch Rechenschaft schuldig, denn er muss wirtschaftlich arbeiten, wir Angestellten wollen ja blöderweise jeden Monat unser Geld.

Kontrolle in Heimen finden regelmäßig statt, dafür ist der MDK zuständig, wenn der aber nur in den Akten liest und schaut ob richtig dokumentiert wird (was unheimlich viel Zeit in Anspruch nimmt, die von der Versorgung abgeht) statt sich die Menschen richtig anzuschauen.
Der MDK benotet die Heime, wenn man nun vergessen hat ein Gewicht einzutragen (jeden Monat wird gewogen, ist Vorschrift), geht der MDK davon aus das der Patient vernachlässigt ist, statt nachzusehen ob der Patient im gesunden Zustand ist.

Wollbobbel75

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8

Dienstag, 16. Oktober 2012, 16:59

Dazu muß ich jetzt auch mal meinen Senf dazu geben. Wir mußten vor über 9 Jahren auch unsere Mutter ins Heim geben und sie bekam höchste Pflegestufe. Anfangs ging ich fast jeden Tag ins Heim um den Schwestern z. B. "beizubringen" das meine Mutter ihren Kaffee nicht mit Zucker will, sondern nur mit Milch, das sie kein Bier und auch keinen Kaba trinkt. Das hat niemanden wirklich interessiert, sie haben einfach ihren "Einheitsbrei" gemacht. Als meine Mutter nicht mehr selber essen konnte, saß sie vor dem Teller und niemand fütterte sie, es sei denn ich kam und gab ihr. Ich kam sie zweimal die Woche besuchen. Da sie von sich aus wenig trank, war ich ganz froh, ihr einen Nachmittag doch ein paar Becher zu verabreichen. Leider zerstörten die Schwestern dieses tolle Trinken, weil sie vor meiner Mutter lautstark darüber schimpften das das ganze Bett naß war und neu bezogen werden mußte. Damit verdarben sie meiner Mutter die Trinklust. Ein Fernseher war dort im Gang wo die Pflegebedürftigen saßen zwar, aber da ihn niemand einschaltete, dämmerten die Leute im wahrsten Sinne des Wortes vor sich hin. Es gab Gymnastik und ich wurde gefragt ob meine Mutter da mitmachen würde, ich sagte ihnen wenn sie sie hinschieben, wird sie es so gut sie kann. Das tat aber keiner. Ein wirklich trostloses Dasein! Wenn ich bei meiner Mutter saß, konnte es auch sein das ewig keine Pflegekraft nach den Leuten schaute. Nach 3 Monaten war meine Mutter gestorben. Dieses Heim würde ich niemandem empfehlen, habe früher gedacht das sei überall so, aber anscheinend gibt es auch bessere.
Liebe Grüße von Iris :schaf02:

Powerhexe

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9

Dienstag, 16. Oktober 2012, 18:30

Liebe Wollbobbel,


wieso hast du dich nicht nach einem anderen Heim umgesehen und deine Mutter da raus geholt?
Wieso hast du dich nicht bei der Heimaufsicht/MDK oder direkt bei der Pflegeversicherung beschwert?
Wieso hast du dich nicht bei der Heimleitung beschwert?
Wieso hast du dich nicht bei dem Träger des Heimes beschwert?
Zu guter Letzt hättest du dich auch mit dem Arzt in Verbindung setzen können.......

In diesem/deinem Fall ist es ja nichtmal heimlich abgelaufen, du hast es ja bewusst mitbekommen.
Schwarze Schafe gibt es überall, es liegt doch an uns das zu ändern, indem wir nur die Einrichtungen unterstützen die Seriös sind.
Wenn mir ein Frisör die Haare verschneidet, geh ich ja auch nicht mehr dort hin, wieso sollte ich bei der Pflege nicht mitentscheiden, den Letzt endlich sind wir in der Pflege auch nur Dienstleister.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Powerhexe« (16. Oktober 2012, 18:43)


Wollbobbel75

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10

Dienstag, 16. Oktober 2012, 21:47

Ja, heute bin ich auch schlauer aber damals ging alles so schnell. Wir wußten nichts von der Erkrankung unserer Mutter, ich hab sie durch Zufall gefunden, sie hat nichts erzählt. Auch nicht als der Arzt ihr das Versprechen abnahm mit ihren Kindern zu reden. Innerhalb von 3 Tagen bekamen wir einen Heimplatz, 2 hatten wir zur Auswahl. Mein Bruder suchte aus, ich war damals erst 28 und von so etwas hatte ich keine Ahnung, woher auch. Wir mußten darauf vertrauen was man uns sagte, ihr Hausarzt betreute sie ja weiter und er hätte ja was bemerken müssen. Ich hab mit den Schwestern gesprochen wie es ging, sie haben so weitergemacht als wäre meine Mutter entmündigt. Auch mein Bruder wußte sich nicht zu helfen. Das es so schnell zu Ende geht, konnten wir nicht ahnen. Unsere Mutter war schon Jahre krank und wir erfuhren von der Krankheit 3 Monate bevor sie starb, es mußte gleich ein Heimplatz her, ich hatte mir erstmal ne Woche Urlaub genommen um sie zu versorgen. Wir hatten Glück so schnell einen Platz zu bekommen. Jetzt hab ich glaub ein ziemliches Durcheinander geschrieben am Ende, Sorry!
Liebe Grüße von Iris :schaf02:

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