Na dann will ich auch mal was dazu sagen:
Ich werde dieses Jahr 51
Vor 5 Jahren hat man mir die Gebärmutter und einen Einerstock rausoperiert. Vor ca. 1 Jahr bekam ich massive Beschwerden. Hitzewallungen, dass ich dachte, ich zerfließe, Migränekopfweh, Heulanfälle, Stimmungsschwankungen.
Hormone wollte ich nicht, hatte Angst davor. Meine Beschwerden wurden so schlimm, dass ich das Gefühl hatte, ich schwitze mir das Leben aus dem Leib. Seit mindestens 6 Monaten hab ich keine Nacht mehr durchgeschlafen, ich schiwtze und friere abwechselnd im Viertelstundentakt, belastbar bin ich überhaupt nicht mehr, ich komme mir vor wie ein altes Wrack. Meine Kleidergröße hat von 40 auf 44/46 gewechselt.
Meine Fraunärztin hat mir Östrogenpflaster verschrieben, kleine Dosierung. Danach ging es mir wesentlich besser. Dann wurde bei einem Screening ein Knoten in meiner Brust festgestellt und näher untersucht. Er ist zwar gutartig, aber ich muss regelmäßig zu Untersuchung. Vor lauter Angst hab ich die Hormone weggelassen - und war fix und fertig.
Der Knoten kommt definitiv nicht von der Hormoneinnahme, ich hatte vorher schon einige kleine.
Nach Auskunft meiner Ärztin und meines Hausarztes gehöre ich zu den wenigen Frauen, die ganz schlimme Wechseljahresbeschwerden haben. Tees oder homöopatische Mittel helfen da nicht mehr. Wer das nie erlebt hat, kann es nicht nachfühlen.
Ich war immer ein fröhlicher positiver Mensch und hätte nie gedacht, dass mir mal ein Arzt sagt, ich bin dabei in Depressionen abzurutschen und soll rechtzeitig Hilfe suchen.
Ich klebe also wieder das Pflaster und ganz ganz langsam geht es mir wieder besser. Die Schwitzerei ist auszuhalten mit der richtigen Kleidung, das Wasser läuft mir nicht mehr in Strömen am Körper herunter. Ich bin auch nicht mehr ganz so "traurig" und fange auch wieder an, mehr zu machen als nur in der Ecke zu sitzen und Socken zu stricken.
Das Hormonpflaster heißt Estradot 37,5 und ich klebe es ganz bewusst und nun ohne Angst. Die Angst vor den Beschwerden ist viel schlimmer, sie machen mich fertig und lassen mich nicht mehr ich sein.
Mit meinem Gewicht muss ich leben. Leider. Aber Cortison, Schilddrüsenhormone und Östrogene versauen einem nun mal die Figur.
Ich denke, jeder muss es selber wissen. Und Motorrad fahren ist sicher riskanter als Estradot-Pflaster