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Dana

Ribbel- und Recycling- Queen

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1

Sonntag, 15. Juli 2012, 13:37

Pflege von Angehörigen

Ich bin heute sehr traurig nach dem Besuch bei meinem Vater. Er ist 83 und lebt seit ca. 3 Jahren im Pflegeheim. Er sitzt im Rollstuhl und zu Hause konnte er nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr leben.
Er war damals zuerst sieben Wochen in der Hautklinik wegen offenem Bein. Dann wurde mir gesagt, es sei alles geregelt, er müsste jetzt heim. Zu Hause war nichts geregelt, die Sozialstation hatte noch nie seinen Namen gehört. Ich musste alles innerhalb von einem halben Tag zum Laufen bringen, das Bein musste schließlich jeden Tag versorgt werden. Anstatt besser wurde es aber wieder schlimmer und war bis oben hin entzündet. Obwohl dies für mich ein Krankheitszustand war, kam er nicht mehr ins Krankenhaus, sondern zur Kurzzeitpflege. Danach ist er dort geblieben mit Pflegestufe 2. Ich bin froh, dass er dort ist. Er ist ein geselliger Mensch ud der Kontakt tut ihm gut. Früher hat er 20 Mal die selbe Geschichte erzählt, jetzt erlebt er jeden Tag etwas Neues. Ich habe noch nie Seidenmalerei gemacht, er schon. Geistig ist er aufgeblüht, körperlich geht es ihm jetzt wieder schlechter. Durch die gute Pflege hatte man es geschafft, dass alles zuheilte, die offene Stelle war riesig. Leider hat es jetzt wieder angefangen. Dazu hat er schon viele Jahre Asthma, kann immer schlechter sehen und hören. Ich habe immer versucht, in so zu unterstützen, dass er selbstbestimmt leben kann.
Heute habe ich in in einem ganz anderen Zustand angetroffen. Bisher war er herzlich, heute streitsüchtig. Ich konnte nichts recht machen. Und alles was ich sagte, war falsch und ich hatte kene Ahnung. Ich bin dann früher heim, weil ich es nicht ausgehalten habe. Vor der Tür liefen die Tränen. Die Pflegekräfte waren vorne und haben mich getöstet. Das sei oft so bei alten Leuten, beim nächsten Mal sei es gewiss nicht mehr so. Wir haben dann noch andere Dinge besprochen, alle waren sehr einfühlsam und hilfsbereit. Danach bin ich mit meinem Hund eine Runde gelaufen, aber die Tränwen fliessen immer noch.
LG

Dana :sport006: :cat02: :schaf02:

2

Sonntag, 15. Juli 2012, 13:53

Hallo Dana,

ich weiß wie schlimm es ist einen alten Menschen zu pflegen. Meine Mutter hatte Demenz es ist mittler Weile 17 Jahre her, dass sie verstorben ist, aber ich habe immer noch damit zu kämpfen. Damals gleich nach der Wende gab es noch nicht so gute Heime wie heute, und meine Mutter wollte auch nicht ins Heim. Ich hatte eine sogenannte Hauspflege. Die Pflegerin kam 3 x am Tag aber zwischen drin war meine Mutter allein. Wir mußten arbeiten.Meine Brüder wohnten weit weg. Also alles nicht so einfach. Dann kam der Tag an dem sie uns ausgerissen ist und wir haben stundenlang gesucht. Es war furchtbar. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir sie dann gefunden sie saß seelenruhig auf einer Bank und schaute in die Welt. War die Pflegerin mal einen Tag nicht da, z. B. Urlaub, da war ihre ganze Welt durcheinander. Es war wirklich nicht einfach. Erkannt hat sie mich dann in ihrer letzten Zeit auch nicht mehr. Sie war dann bettlägerich und sie sollte zur Kurzzeitpflege ins Heim. Aber wie gesagt, die Heime waren damals nicht so gut, wie heute, ich hab sie wieder nach Hause geholt und hatte mich schon mit dem GEdanken getragen zum Jahresende aufzuhören mit arbeiten, doch kurz vor Weihnachten ist sie dann verstorben. Alle sagten, du hast dein Möglichstes getan, aber du kannst mir glauben, ich hatte dicke 5 Jahre zu tun um mit ihrem Tod abzuschließen, weil ich mich immer schlecht gefühlt habe, weil ich dachte ich habe nicht alles für sie getan.
In der heutigen Zeit gibt es Selbsthilfegruppen für Angehörige, die sich gegenseitig stützten. Das gab es zu der Zeit als meine Mutter das hatten, leider nicht, es hätte mir sicher auch geholfen.
Vielleicht solltest du mal mit jemanden darüber reden, das hilft, glaube mir und ich bin mir sicher, das dein Vater es nicht so böse gemeint hat, es tat ihm bestimmt auch leid. Aber vielleicht hatte er Schmerzen in seinem Bein, oder er hat sich sonst irgendwie geärgert und du warst der Prellbock. Nimms nicht so schwer, beim nächsten Mal ist er vielleich besser drauf.

Ich wünsche Dir und deinem Tibi einen schönen Sonntag.
LG Marina : :herbst01:
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Dana

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3

Sonntag, 15. Juli 2012, 14:18

Danke Marina für Deine einfühlsamen Worte. Man spürt selbst nach der langen Zeit, dass Dich das noch mit nimmt. In unserer Nachbarschaft ist vor ca. 5 Jahren eine demente Frau weg gelaufen. Sie wurde nicht gefunden trotz Spürhunde, Suchtrupps etc. Erst nach über einem Jahr fand man ihre Überreste. Sie war gar nicht weit weg gewesen. Glaub mir, Du hast alles getan, was damals in Deiner Kraft stand. Wir sind keine Übermenschen. Vielleicht muss ich mich jetzt daran gewöhnen, dass er nicht mehr immer gut drauf ist oder es mir vorspielt. Demenz ist noch viel schlimmer, ein Abschied auf Raten.

Dir und Deinem Tibi auch einen schönen Sonntag! :kuss:
LG

Dana :sport006: :cat02: :schaf02:

4

Sonntag, 15. Juli 2012, 14:59

Das ist ja ganz furchtbar, bin froh das mir das nicht so passiert ist. Ich glaube dass hätte ich mir nie verziehen.
LG Marina : :herbst01:
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Anette

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5

Montag, 16. Juli 2012, 08:18

Hallo Dana

eine Krankheit verändert einen Menschen komplett. Dein Vate würde sich bestimmt nicht so verhalten, wenn er Gesund wäre. Meine Mutter ist Alzheimer Patientin. Außer Mobilität kann sie gar nichts mehr. Sie schimpft herum, sie fühlt sich niergends mehr wohl, da sie ja in einer anderen Zeit lebt. Nehm es nicht so persönlich, wenn er böse zu dir ist, das hängt mit seiner Krankheit zuammen und der Hilflosigkeit auf andere angewiesen zu sein. Für Männer ist es noch mal so schwer, seine Entscheidungen nicht mehr selber zu machen und versorgt zu werden. Wobei "versorgen" für Kranke oft als Entmündung empfunden wird, obwohl wir nur das Beste für sie wollen.
Im Februar musste ich meine Mutter für 5 Tage pflegen, da mein Vater plötzlich ins Krankenhaus kam. In einem Handgemenge trug ich sogar ein blaues Auge davon. In dem Moment war es nicht mehr meine Mutter- durch ihre Krankheit ist sie von einer auf die andere Minute ein anderer Mensch. Nach dem Handgemenge fragte sie auf einmal was los ist. Dann war sie wieder lieb.

Ich wünsche dir viel Kraft für deinen nächsten Besuch, gruß Anette

6

Montag, 16. Juli 2012, 10:59

Hallo Anette,

ich fühle mit dir, ich weiß was du und dein Vater jetzt durchmachen müssen. Ich hatte auch mal einen Teller Suppe im Kreuz, aber man kann ihnen nicht böse sein, denn, wie du schon schreibst, leben sie in einer anderen Welt.
LG Marina : :herbst01:
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7

Montag, 16. Juli 2012, 11:26

Dana :frm016:
es ist nicht einfach wenn die Eltern gebrechlich werden. Früher unsere Vorbilder
werden sie mit zunehmendem Alter immer seltsamer. Wir lernen vielleicht
etwas besser mit der neuen Situation zu leben, die Eltern aber nicht,
so jedenfalls empfinde ich es bei meinen, wir bleiben halt immer die Kinde
Liebe Grüße
von Sabine =)

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8

Montag, 16. Juli 2012, 12:36

Frag nach, ob er andere Medikamente bekommt und ob die sich wirklich alle miteinander vertragen.
auch unverträgliche Medikamente können solche Verhaltensänderungen bewirken.

euch allen Dank und Lob, daß ihr euch so um die Eltern kümmert, egal wo sie sich aufhalten :freundschaft:

Bei Demenz sind vielleicht auch die Nesteldecken [url]http://www.creawelten.de/index.php?form=Search&searchID=292745&highlight=Nesteldecken[/url] eine Hilfe zur Beschäftigung und für die Gefühle.

liebe Grüße
Lehrling

wollmaus62

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9

Montag, 16. Juli 2012, 16:17

Vielleicht war dein Vater heute nur mal schlechter Laune und hat dies an dir ausgelassen ....

Jeder hat doch mal die Alltäglichkeiten satt und ist schlechter Laune und wenn er , wie du sagst im Rollstuhl sitzt und in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und auch noch die ein oder andere Krankheit hat , ist ihm seine jetzige Lebenssituation vielleicht gerade heute mal wieder bewußt geworden und war frustriert

Mein Vater ist nun 77Jahre alt , aber zum Glück noch Topfit , in jeder Beziehung .

Allerdings merkt man gleich wenn er mal schlecht gelaunt ist , da hält er sich in keiner Weise zurück .Nachher tut es ihm leid und er entschuldigt sich.

Auch hat er im Alter gelernt jedem zu sagen was er von ihm / ihr denkt , ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen . Das Alter gibt ihm das Recht dazu , sagt er . Wir können gut damit umgehen , aber wenn er Nicht-Familienangehörigen direkt sagt was er von ihnen hält , ist das manchmal peinlich .

Ich wünsche dir , dass morgen alles wieder in Ordnung ist und dein Vater so ist wie du ihn bisher kanntest !!!

Goldi-Bär

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10

Montag, 16. Juli 2012, 23:54

Fühl Dich mal ganz dolle gedrückt von mir:frm017:
Ich habe meine Mutter 12 Jahre gepflegt. Ich weiß, wie es Dir geht. Ich habe ihr ein Heim ersparen können, sie wäre dort sehr unglücklich gewesen. Aber glaub mir, zum Schluss war ich am Ende meiner Kräfte. Ich danke Gott, dass sie in meinem Arm ganz friedlich eingeschlafen ist. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen, aber es hat mir gezeigt, dass das oben doch etwas sein muss, der/das oder was auch immer, mir diesen Wunsch erfüllt hat.
Wenn Dein Vater mal schlecht drauf ist, ignoriere es. Er meint es nicht böse. Genieße all die Stunden, die Dir noch bleiben. Versuche, so viel wie möglich mit ihm zu sprechen. Ich wünsche Dir, dass Du ihn noch ein paar Jahre gehalten darfst. Abschied tut so weg
Liebe Grüße aus der Lüneburger Heide von Jule


Dana

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11

Dienstag, 17. Juli 2012, 00:07

Danke für Euren lieben Worte. Mir tut es selber weh, dass es ihm nicht gut ging. Heute glaube ich, dass es ihm gestern schwer fiel, für alles Hilfe anzunehmen. Er sieht immer schlechter und will das auch nicht gern wahr haben. Wieder ein Stück Lebensqualität weniger. Er hatte erwähnt, dass ein neuer Mann dort ist, der hinter den Frauen "her ist." Was genau er macht, weiß ich nicht, am Ende ist mein Vater sogar eifersüchtig. Er sorgt immer sehr gut für seine Frauen am Tisch und schenkt ihnen die Getränke ein, schiebt ihren Rollator zurecht, wenn sie aufstehen wollen.
Er kann es nicht gut ertragen, wenn auf dem Balkon geraucht wird, obwohl sein Zimmer in eine andere Richtung geht, weil er dann mit dem Asthma noch mehr Probleme hat. Der neue Mann raucht sehr viel, er meinte, das wären mind. 2 Schachteln am Tag. Nachts kann er nie durchschlafen, weil er zum Husten aufrecht sitzen muss. Ich glaube, da kam einiges zusammen. Ignorieren konnte ich es gestern nicht, aber ich bin sicher, dass er es nicht böse meinte.
LG

Dana :sport006: :cat02: :schaf02:

Helli69

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12

Dienstag, 17. Juli 2012, 10:41

Dana, einmal Knuddeln :frm017:



Gott sei Dank geht es meiner Mam gut, darf gar nicht weiter denken...........
Schnurrige und Wollige Grüße :cat02:

Eure Helga
Forenregeln, so gehts :game:

Pumukel77

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13

Mittwoch, 18. Juli 2012, 07:22

Dana: auch ich kann dir nur :frm017: einfach mal drücken anbieten.

Meine Eltern sind noch recht jung (55 und 61) so das ich keine Erfahrungen habe.

Nachdem das Heim ja sehr gut scheint kannst du dort sicher mal mit dem Personal über die Nöte deines Papa´s reden, es scheint ja wirklich handfeste Gründe für seine Unzufriedenheit zu geben.
Ich hoffe ihr könnt etwas bewegen.
:haus005: :haus006: :haus007: :haus009: :haus010: :haus011: :haus001:
Ich bin nicht die Signatur....ich putz hier nur...

Dana

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14

Mittwoch, 18. Juli 2012, 10:09

Danke fürs :stre:

Die Wohnbereichsleiterin sagte, er hätte ab und zu so einen Tag, aber es wäre auch schnell wieder vorbei. Das wäre im Alter bei vielen so. Sie sind da auch nicht nachtragend.

Wenn ich den Ausdruck höre "das Heim ersparen", bekomme ich leicht ein schlechtes Gewissen. Aber ich glaube, man muss da den Einzelfall sehen. Mein Vater ist sehr kontaktfreudig und in seinem Haus war er einsam. Ich habe auch das Gefühl, dass er sich nicht nach seinen Sachen sehnt, sondern dass es ihn entlastet, sich nicht mehr darum kümmern zu müssen. Die Eltern einer Kollegin ziehen jetzt auch in ein Heim, die Wohnung wird sogar verkauft. Beide sind sehr schwer pflegebedürftig und die Qualität der Pflege kann daheim nicht mehr gewährleistet werden. Der Vater nimmt an nichts mehr Anteil und die Mutter ist auch sehr einsam. Jetzt darf jeder nach seinen Bedürfnissen leben. Ich bin froh, dass die Mutter bald mehr Abwechslung hat und dass meine Kollegin entlastet ist. Auch wenn man eine (meist ausländische) Pflegerin zu Hause hat, macht man sich doch immer Sorgen, was da tatsächlich abgeht.
LG

Dana :sport006: :cat02: :schaf02:

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15

Mittwoch, 18. Juli 2012, 10:23

Dana sieht das nicht so eng mit dem "ersparen".
Meinem Vater z.B. müsste ich das Pflegeheim "ersparen"
das will er absolut nicht, für meine Mutter kann ich mir das eher vorstellen.
Unsere Tochter lernt Altenpflegerin und sie sagt ganz oft, das es für
Fremde etwas leichter ist die Menschen zu pflegen als für Angehörige.
Seit ich das weiß sehe ich ein Pflegeheim mit anderen Augen.
Liebe Grüße
von Sabine =)

16

Mittwoch, 18. Juli 2012, 11:14

:hi:

Liebe Dana ich versteh dich sehr gut...

Ich kümmere mich seit 16Jahren um meine Schwiegermutter(71). Sie hatte mit 55 Jahren Schlaganfälle im Gehirn und hat eine langsam fortschreitende Demenz und eine insulinpflichtige Diabetes . Allein geht seit einigen Jahren gar nichts mehr. Pflegestufe 2 wurde abgelehnt und wir befinden uns seit Mai im Wiederspruch.Seit Anfang des Jahres macht sie Probleme mit dem Essen und steckt das Essen zb in den Abfluss der Spüle oder in die Schränke usw.Sie hat sehr viel abgenommen deshalb,aber füttern lässt sie sich nicht und schlägt mir das Essen aus der Hand. Zweimal war sie schon im Krankenhaus wegen Flüssigkeitsmangel. Beim zweiten Krankenhausaufenthalt hat man eine Depression diagnostiziert,sie mit entsprechenden Tabletten versorgt und nach 3Tagen entlassen. Die Antidepressiva haben alles noch viel schlimmer gemacht und die Hausärztin hat dann gesagt wir sollen sie absetzen. Im Krankenhaus hat man ihr Verhalten,was sie schon seit 16Jahren hat,falsch gedeutet. Da gibt es nichtmal einen Neurologen,der die Diagnose stellen könnte. Sie ist seit 16Jahren weinerlich und wird manchmal trotzig wie ein Kleinkind.

Wenn ich Frühdienst habe,geht sie in Tagesbetreuung. Da gefällt es ihr sehr gut und sie hat mal Abwechslung. Da ißt sie ihr Essen ohne das Theater was zu Hause abgeht und sogar 2Scheiben Brot,wo zu Hause nach einer Stunde zureden und schimpfen nur eine Scheibe passt. Aber das Gleiche macht sie auch wenn sie in der Verwandtschaft mal zum feiern eingeladen ist. Da ißt sie alles was man ihr anbietet und verlangt noch Nachschlag. Wenn ich dann dort mal sage was sie bei uns für ein Theater täglich macht,behauptet sie ,daß es nicht wahr ist was ich erzähle. Ihre Stiefschwestern glauben ihr jedes Wort und machen uns das Leben sehr schwer. Sie akzeptieren ihre Krankheit einfach nicht. Als wir letztes Jahr mal 3Tage verreist waren,hat der Pflegedienst sie Morgens abgeholt ,tagsüber betreut und Abends zu Hause ins Bett gebracht. Unser Sohn war ja die Nacht über dann da.Da hat die eine Schwester sofort erzählt wir haben Schwiegermutter eine Woche abgeschoben.Dabei stehn mir sogar 2Wochen Urlaub von der Pflege zu.

Ich habe meine Arbeit 2003 für Schwiegermutter aufgegeben und geh nur noch auf Minijob-Basis arbeiten und bekomme später mal keine Rente für die ganzen Jahre. Ihr Verhalten uns gegenüber tut mir immer öfter sehr weh und manchmal denke ich auch ob es nicht besser wäre,wenn sie jeden Tag in Betreuung ginge und ich mir wieder eine Arbeit suche. Aber da hindert mich mein schlechtes Gewissen und die Tatsache,daß ich im Haus noch die Tante(90) meines Schwiegervaters zu versorgen habe und die ginge um nichts in der Welt in Tagesbetreuung. Also bleibt mir nichts anderes über als so weiter zu machen.:trau1

17

Mittwoch, 18. Juli 2012, 11:34

Hallo Traudel64,

mein lieber Schwan, da hast du ja viel zu tun, mit deiner Schwiema und deiner Tante. Aber das mit der Essensverweigerung kenn ich auch. Meine Mutter war noch so aufs Geld fixiert. Hatte sie welches zu Hause, hat sie es aus dem Fenster verschenkt und dann gesagt, sie wurde beklaut. Schön das es heute die Tagespflege gibt, das gibt es bei uns jetzt auch. Damals als das mit meiner Mutter war gab es sowas noch nicht und ich bin immer mit schlechtem Gewissen auf Arbeit gefahren und hatte immer Angst, das sie etwas anstellt.

Also ich fühle voll mit dir und weiß, was du auszustehen hast. Und das mit dem Gewissen, das kann dir keiner nehmen. Entweder man ist so veranlagt oder man hat kein Herz und du hast viel Herz laß dich drücken. :frm017:
LG Marina : :herbst01:
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